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Fair
Paysex gegen Zwangsprostitution, Ausbeutung von Prostituierten und Rotlicht-Kriminalität!
Fair Paysex für Freudenhäuser und Bordelle frei von
Rotlicht-Kriminalität und Zwielicht!
Fair Paysex hilft, Zwangsprostitution und Menschenhandel im Rotlicht-Gewerbe
zu verhindern! Fair Paysex für emanzipierte Prostituierte und deren
Freier!
Für
die meisten Freier ist der Gedanke unerträglich, Sex mit einer Zwangsprostituierten
zu haben. Deswegen werden Erotik-Dienstleisterinnen immer häufiger
von Freiern befragt, ob sie ihre Tätigkeit auch wirklich freiwillig
ausüben.
Nur sehr wenigen Freiern ist es gleichgültig, ob die erotische Dientleistung
von einer Zwangsprostituierten erbracht wird.
Im Gegenteil: Die meisten Freiern fühlen sich im Nachhinein sehr
schlecht, wenn sie den Verdacht haben, dass ihre Sex-Dienstleisterin eine
Zwangsprostituierte gewesen sein könnte.
Der
Verein für soziale und politische Rechte von Prostituierten
Doña Carmen
auf seiner Webseite www.donacarmen.de:
Alice Schwarzer & EMMA über Prostitution & Prostituierte:
Lügen,
Märchen, Vorurteile
„Jede
Wahrheit braucht eine Mutige, die sie ausspricht“ -
mit diesem Slogan warb BILD vor nicht allzu langer Zeit
auf öffentlichen Reklametafeln mit Alice Schwarzer.
Tatsache ist aber, dass Frau Schwarzer hinsichtlich Prostitution
stets zur gezielten Verbreitung von Unwahrheiten und Vorurteilen beigetragen
hat.
Wer öffentlich einer Ächtung von Prostitution, einer Kriminalisierung
von Prostitutionskunden und einer verschärften polizeilichen Kontrolle
des Prostitutionsgewerbes das Wort redet, hat offenbar wenig Skrupel,
sich dabei ebenso dubioser wie haarsträubender journalistischer Praktiken
zu bedienen. Nachfolgend dokumentierte Beispiele machen deutlich, dass
es sich bei Schwarzers Einlassungen zu Prostitution durchgängig um
einen von Vorurteilen geleiteten, widerlichen Lumpenjournalismus handelt.
In Anbetracht dessen stellt sich die Frage: Was rechtfertigt die Prämierung
eines solchen Journalismus? Welche journalistischen Maßstäbe
werden mit der Vergabe des Börne-Preises an Schwarzer in dieser Republik
eigentlich für salonfähig erklärt?
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SCHWARZER:
Die Polizei hat seit Einführung des Prostitutionsgesetzes in diesem
Gewerbe „keine Kontrollmöglichkeiten“ mehr. (SPIEGEL
online, 31.10.07) Die „Verfolgung von Zuhältern und Menschenhändlern
ist durch die Legalisierung der Prostitution fast unmöglich geworden.“
(EMMA, Juli / Aug. 06)
Doña Carmen e.V. führt auf ihrer Website www.donacarmen.de
kontinuierlich eine Statistik zu Razzien im Prostitutionsgewerbe. Sie
bezieht sich dabei ausschließlich auf die in der Presse dargestellten
Großrazzien, enthält also noch nicht die Tausenden alltäglich
stattfindenden Kontrollen des Prostitutionsgewerbes. Danach hat es in
den Jahren 2000 bis 2007 insgesamt 266 Großrazzien gegeben, von
denen rund 380 bundesdeutsche Städte und Gemeinden betroffen waren.
Aus der regelmäßigen Auswertung einschlägiger Pressemeldungen
geht hervor, dass dabei in den vergangenen 8 Jahren allein 3.185 Objekte
kontrolliert wurden. Hochgerechnet auf alle 266 Razzien (nicht zu allen
gab es hierzu Angaben), handelte es sich um etwa 575 kontrollierte Objekte
pro Jahr. Dabei waren etwa 21.000 Beamte und Polizisten im Einsatz. Bei
fast jeder zehnten Razzia (9%) waren Sondereinsatzkommandos (SEK), Mobile
Einsatzkommandos (MEK), die Bundespolizei (vormals BGS) und in einem Fall
sogar die GSG 9 im Einsatz. Die Zahl der kontrollierten Personen lag im
genannten Zeitraum bei etwa 14.000, die der verhafteten Personen (zumeist
Frauen) bei etwa 3.700. Die Zahl der beteiligten Beamten pro Razzia sowie
die Zahl der kontrollierten Frauen pro Razzia steigt ebenso wie die Zahl
der kontrollierten Objekte pro Jahr. Schwarzer lügt also wie gedruckt,
wenn sie behauptet, die Polizei habe gegenüber dem Prostitutionsgewerbe
„keine Kontrollmöglichkeiten“. Tatsächlich gibt
es eine flächendeckende Kontrolle und Diskriminierung, zu der sich
die Polizeifeministinnen von EMMA ausschweigen.
SCHWARZER: „Das ganze Rotlichtmilieu ist durch und durch kriminell
und gewalttätig.“
(2007, S.140)
Hierbei handelt es sich um ein geradezu klassisches Vorurteil. Im 2007
vorgelegten Bericht der Bundesregierung zu den Auswirkungen des Prostitutionsgesetzes
heißt es: „Es gibt keine statistischen Untersuchungen, die
detailliert Zusammenhänge zwischen der Prostitution und der Begleitkriminalität“
belegen (S.44). Neuere Veröffentlichungen zur angeblich besonderen
Gewaltbelastung von Prostituierten sind nach Angaben der Autorinnen (Zumbeck,
Oppenheimer) nicht repräsentativ. Wer daher dem Publikum immer wieder
die „Unterwelt der Pornographie, Prostitution und sexuellen Gewalt“
(1994, S.69) vorführt, bedient lediglich das Bedürfnis nach
Sex & Crime - auf Kosten der Betroffenen.
SCHWARZER: Prostituierte haben „auch aus Angst vor Gewalt bisher
zu dem Thema Zuhälter geschwiegen. Dabei haben etwa 90% aller Prostituierten
einen (Zuhälter).“ (2002: S.204)
Einen Beleg für die Zahl „90%“ gab Schwarzer nicht. In
einer vom Bundesfamilienministerium herausgegebenen Untersuchung (Oppenheimer,
2004) gaben 94% der Befragten, in Partnerschaft lebenden Prostituierten
an, dass der eigene Beziehungspartner kein Zuhälter sei. (S.25).
„Der Anteil derjenigen, die angaben mit einem Zuhälter zu arbeiten,
ist unerwartet klein.“ Der Begriff des Zuhälters befinde sich
im Wandel, seine Eindeutigkeit befände sich in Auflösung. (S.60)
SCHWARZER: „Zuhälter kommen häufig aus den Ex-Militärdiktaturen
Osteuropas, knapp jeder fünfte ist inzwischen Türke, Tendenz
steigernd.“ (2000, S.144)
Beleg: Die Aussage einer Kölner Polizistin. Dann muss das ja wohl
stimmen. Fakt ist: Die erfassten Fälle von Zuhälterei (§181a
StGB) sind laut polizeilicher Kriminalstatistik von 1.016 Fällen
für das Jahr 2000 auf 422 Fälle (2005) und damit allein in diesem
Zeitraum um 62% gesunken.
SCHWARZER: „Unter Rotgrün war Deutschland zur ‚europäischen
Drehscheibe für Menschenhandel’ verkommen und einem Eldorado
für Zuhälter.“ (2007, S.134)
Die Fälle und Opfer von Menschenhandel sind derart gesunken, dass
das Bundesinnenministerium extra aus diesem Grund eine Untersuchung über
die Ursachen dieser Entwicklung in Auftrag gab. In der Zeit zwischen 1998
und 2005 nahm laut Polizeilicher Kriminalstatistik die Zahl der Fälle
von Menschenhandel um 39% ab, die Zahl der Tatverdächtigen ebenfalls
um 39%, die Zahl der mutmaßlichen Opfer von Menschenhandel um 69%
und die Zahl der verurteilten Täter um 4%. Auch hier: Der Wahrheitsgehalt
der Aussage tendiert gen Null. Im Übrigen: Dirigistische Zuhälterei
ist in Deutschland - trotz Prostitutionsgesetz - nach wie vor Straftatbestand.
EMMA: „Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden allein
in Europa Jahr für Jahr 500.000 Mädchen und Frauen verschleppt
und zur Prostitution gezwungen.“(EMMA, Sept./Okt. 04)
Schwarzer und EMMA stützen völlig unkritisch sich auf das System
spekulativer Schätzungen zu Menschenhandel, dass von Insidern als
gänzlich unseriös erachtet wird. So räumte Frank Laczko,
Chef der IOM-Forschungsabteilung, ein, dass es „größte
Wissenslücken“ auf dem Gebiet der Datenerhebung zu Menschenhandel
gäbe. Zu den Zahlenangaben der EU-Kommission bezüglich Menschenhandel
bemerkte er knapp, es sei völlig unklar, wie diese Zahlen überhaupt
zustande gekommen seien. (2002, S. 2 u. Genf, 2005) So bedauerte das Europäische
Parlament in einer Entschließung vom Januar 2006 - zum wiederholten
Male - „den Mangel an verlässlichen Daten über das Phänomen
des Menschenhandels in Europa sowie die Tatsache, dass weder die Kommission
noch Europol noch irgendeine andere Einrichtung der EU in der Lage war,
konkrete Zahlen über das EU-weite Ausmaß des Menschenhandels
zu veröffentlichen, und bedauert insbesondere den Mangel an Daten
über stärker gefährdete Gruppen wie Frauen und Kinder…
“. All dies hindert EMMA nicht, sich munter an Spekulationen zu
beteiligen und derart unseriöse Daten zu kolportieren.
EMMA: Für EMMA ist es „Klartext“, wenn ein Herr Ubben,
Chef der Abteilung Menschenhandel beim Hamburger LKA behauptet, dass „95%
aller Prostituierten in Deutschland Zwangsprostituierte sind“. (EMMA
1/2007)
Die Zahl der wegen Menschenhandels verurteilten Täter/innen lag in
den vergangenen 10 Jahren unverändert zwischen 140 und 150 Personen
pro Jahr. Und da laut polizeilicher Kriminalstatistik auf einen Tatverdächtigen
jeweils nur ein mutmaßliches Opfer kommt, kann die Zahl der tatsächlich
von Zwang und Gewalt betroffenen Prostituierten auch nur in dieser Größenordnung
liegen. Bezogen auf 200.000 in der Prostitution tätigen Frauen wären
damit also nicht 95%, sondern nur 0,09 % von dem betroffen, was man als
‚Menschenhandel’ bezeichnet. Da Herr Ubben aber jede wirtschaftliche
Motivierung zur Migration als „Zwang“ bezeichnet, müsste
er konsequenterweise auch sämtliche seinerzeit als „Gastarbeiter“
nach Deutschland gerufenen Migranten als „Opfer von Menschenhandel“
bezeichnen und für deren Rückführung in ihre Heimat eintreten.
Auf diesen knallharten Rassismus läuft in der Tat die Position der
Polizei und ihrer Feministenfraktion hinaus.
SCHWARZER: „Was den deutschen Prostituierten heute so besonders
zu schaffen macht, sind einerseits die willigen, billigen Ausländerinnen…
und ist andererseits die Verharmlosung, die neue Gesellschaftsfähigkeit
von Prostitution. Das macht die Freier immer hemmungsloser, sie haben
nun überhaupt kein Unrechtsbewusstsein mehr.“ (2007, S.133)
Mit rassischen Floskeln werden „willige, billige Ausländerinnen“
im Gegensatz zu den deutschen Prostituierten für eine angebliche
Hemmungslosigkeit und mangelndes Rechtsbewusstsein von Prostitutionskunden
verantwortlich gemacht. Belege für derartige Behauptungen und Anschuldigungen
fehlen. In wissenschaftlichen Freier-Studien wie denen von Velten oder
Grenz finden sich dafür keine Anhaltspunkte. Warum ausländische
Prostituierte „willig“ seien, wird nicht belegt. Dass sie
vor allem „billig“ seien, widerspricht einschlägigen
empirischen Studien (J. Henning, 1997, P. Thiee, 2008)
Was bleibt, ist Desinformation und eine Herabsetzung der Betroffenen.
SCHWARZER: Ausländische Prostituierte „werden oft wie Sklavinnen
gehalten“. (2007, S. 136 )
Laut BKA-Statistik weiß die große Mehrheit der ausländischen
Frauen, dass sie hier der Prostitution nachgehen werden. Dass sie wie
Sklavinnen gehalten werden, ist bloßes Gerücht. „Zwischen
der absoluten Selbstbestimmung auf der einen Seite und der absoluten Fremdbestimmung
auf der anderen Seite besteht ein weites Feld von Möglichkeiten,
das es erlaubt, zwischen Sklaverei und Lohnarbeit bzw. Prostitution zu
unterscheiden“, erklärt der nicht unbedingt als Anhänger
der Prostitution einzuordnende Prof. Renzikowski in seinem Gutachten (2007)
für die Bundesregierung. Abgesehen davon: Wer die Verhältnisse
in der hiesigen Prostitution mit Sklaverei gleichsetzt, argumentiert völlig
unhistorisch und verharmlost im Nachhinein das mit der Sklaverei verbundene
menschliche Leid. Hinzu kommt eine Tatsache: Viele ausländische Frauen
in der Prostitution verlassen Deutschland nur widerwillig, unter dem Druck
von Razzien. So genannte „Hilfsorganisationen“ konstatieren
regelmäßig eine mangelnde Aussage- und Kooperationsbereitschaft
bereits „befreiter“ Frauen gegenüber Polizei und Behörden.
So verhalten sich keine Sklavinnen.
EMMA / SCHWARZER: „Neuerdings werden gezielt schwangere Frauen in
westeuropäische Bordelle verschleppt, denn sie genießen dort
einen gewissen Abschiebeschutz. Und die Zuhälter verdienen außerdem
am Verkauf des Säuglings…“ (EMMA Mai/Juni 2001) „Und
so manche wurden regelrecht gekidnappt, mit Gewalt und Chloroform entführt.“
(Schwarzer in EMMA Jan./Febr. 04) „Man vergisst, dass die aus Albanien
und Serbien oder der Ukraine importierten Frauen meist zuvor durch Lager
geschleust worden sind, in denen sie vergewaltigt, gefoltert und zu Zombies
deformiert wurden. So lange, bis sie willenlose Objekte sind, wie in einer
Sekte.“ (EMMA, Juli/Aug. 2006) „Wieder einmal ein paar Olgas,
Tatjanas und Swetlanas, die sie nach Deutschland gelockt haben –
und die hier dann aus ihren Träumen und Illusionen vom guten Job,
von der Chance im Westen, im Bett von Freiern aufgewacht sind.“
(EMMA, Jan/Febr. 04)
Im Stil der Sensationspresse werden Horrorstories über Prostitutionsmigrantinnen
geliefert, die nicht belegt werden. Unterm Strich aber erscheinen ausländische
Frauen immer als die Dummen: verträumt, ohne eigene Entscheidungskraft,
willenlos. Untermenschen eben.
EMMA: „3.000 Frauen werden in Hannover während der Expo anschaffen.“
Insgesamt sei bei der Expo in Hannover mit „drei Millionen Freiern“
zu rechnen. (EMMA Mai/Juni 2000)
1999 gab es in ganz Niedersachsen 48 Ermittlungsverfahren wg. Menschenhandels,
2000 gab es 64 Verfahren, davon 37 in Hannover. Während der Expo
hat es in Hannover nicht den erwarteten großen Ansturm von Prostituierten
gegeben, wie die Polizei nachträglich feststellte. ( u. a. Hamburger
Abendblatt, 23.3.2006)
EMMA: Bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 waren „neben Athleten
auch Tausende (Zwangs)Prostituierte aus aller Welt stationiert“.
(EMMA, Jan./Febr. 2006)
Die Statistik des griechischen Außenministeriums zählte für
das gesamte Jahr 2004 lediglich 181 so genannter „Opfer von Menschenhandel“.
(Ban Ying e.V., 03.03.06) IOM Athen unterstützte 2004 lediglich 7
so genannte „Menschenhandelsopfer“. (IOM, Sept. 2006)
SCHWARZER: Während der Fußballweltmeisterschaft 2006 sei mit
einem „Import von 40.000 Zwangsprostituierten“ zu rechnen,
„so schätzt der Deutsche Städtetag“. (EMMA, Jan/Febr.2006)
Erstens stammte diese Schätzung nicht vom Deutschen Städtetag,
sondern vom BKA. Zweitens ging es seinerzeit um „40.000 zusätzliche
Prostituierte“, nicht aber um „40.000 Zwangs(!)prostituierte“.
Nichts als Desinformation und Stimmungsmache für repressive Polizei-Interventionen.
Nach der WM ließ das Bundesinnenministerium im Januar 2007 gegenüber
dem Rat der Europäischen Union verlauten: „Von den dem Bundeskriminalamt
gemeldeten 33 Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandel zum Zweck der
sexuellen Ausbeutung bzw. wegen Förderung des Menschenhandels, die
im zeitlichen Zusammenhang mit der WM 2006 stehen, wurden lediglich in
fünf Ermittlungsverfahren direkte Bezüge zur WM 2006 angenommen.
In diesen fünf Ermittlungsverfahren wurden fünf Menschenhandelsopfer
festgestellt..“ Diese Meldung, die zeigt, dass sich die Legende
von den „40.000 Zwangsprostituierten“ zur WM 2006 in Luft
aufgelöst hatte, befand EMMA selbstredend keiner Erwähnung für
würdig.
SCHWARZER: „90 % aller Prostituierten haben laut UN-Studie Missbrauchserfahrungen“.
Bei Prostituierten sei also die Zahl der als Kind missbrauchten Frauen
dreimal so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt. (2007, S.132)
Schwarzer verschweigt, um welche UN-Studie es sich dabei handeln soll.
In der wissenschaftlichen Literatur zu diesem Thema wird eine solche nicht
erwähnt. Lediglich eine Studie von Weißberg spricht von 90%
Missbrauchsopfern unter Prostituierten. Die Studie stammt allerdings aus
dem Jahr 1985, ist nicht von der UN und bezieht sich nur auf Kanada. Allgemein
lässt sich sagen, dass Studien zu diesem Thema aus dem englischsprachigen
Raum meist auf kleinen und nicht repräsentativen Stichproben unter
drogenabhängigen Straßenprostituierten bzw. solchen Frauen
beruhen, die Hilfseinrichtungen aufgesucht haben, und deshalb nicht verallgemeinerbar
sind. Selbst in den von erklärten Prostitutionsskeptikern verfassten
Studien wird eingeräumt, dass kein systematischer Zusammenhang zwischen
Gewalt bei Kindern/Jugendlichen und späterer Berufswahl besteht (so
etwa: ‚Teilpopulationenerhebung bei Prostituierten’, im Auftrag
des Bundesfamilienministerium, S.83).
SCHWARZER: „Ein sehr hoher Prozentsatz aller Prostituierten rekrutiert
sich aus Heimkindern.“ (1975, S.121)
Diese Tatsachenaussage ist in Wirklichkeit bloße Mutmaßung.
Eine auf der Befragung von 260 bundesdeutschen Prostituierten beruhende
Studie von Leopold/Stefan (1997) ergab hingegen, dass 47% der von ihnen
(nicht-repräsentativ) befragten „Frauen mit Prostitutionserfahrung“
durchgängig bei beiden leiblichen Eltern lebten, 7% durchgehend bei
der leiblichen Mutter, 2,5% bei Mutter und sozialem Vater, 2% bei Großeltern
oder Verwandten, dagegen nur 1% der Befragten durchgehend in einem Heim
lebte. 19 % der Befragten waren zeitweilig in einem Heim. (Eva-Projekt,
S.18). Die Behauptung von Schwarzer soll nur das Vorurteil nähren,
dass die Entscheidung von Frauen für Prostitutionstätigkeit
allein sozialer Not geschuldet ist.
EMMA: 1998 räumte eine Studie des Sozialpädagogischen Instituts
Berlin“ mit der von der Hurenbewegung verbreiteten Mär auf,
„dass sich mit Prostitution viel Geld verdienen lässt.“
(EMMA, Mai/Juni 2001, S.26)
EMMA verschwieg dabei, dass 25 % der in dieser Studie befragten Frauen
bereits endgültig aus der Prostitution ausgestiegen waren. 42 % der
per Interview Befragten bezog sogar Sozial- bzw. Arbeitslosenhilfe. Das
in der Studie ermittelte „geringe Einkommen“ bezog sich mithin
a) nicht ausschließlich auf Einkommen aus Prostitutionstätigkeit,
sondern b) auf niedrige staatliche Unterstützungsleistungen nach
dem Ausstieg aus der Prostitution. Offenbar soll Prostitution so als eine
durchgängig unattraktive Armutsprostitution erscheinen.
SCHWARZER: „Studien belegen: 90 % (aller Prostituierten) sind im
Alter Sozialhilfe-Empfängerinnen.“ (2007, S.136) „Die
meisten Prostituierten aber enden im Elend, nicht nur die billigen vom
Strich, sondern auch die teuren in den Salons..“ (2002, S.202)
Auch in diesem Fall konnte Schwarzer ihre Behauptungen nicht belegen.
Eine bundesdeutsche Statistik dazu existiert nicht. Der von der Bundesregierung
2007 veröffentlichte Bericht zum Prostitutionsgesetz verweist auf
eine (nicht-repräsentative) Erhebung, wonach 45,5 % der Frauen in
der Prostitution keine Altersicherung hätten. Auch hier mehr interessierte
Stimmungsmache als solide recherchierte Fakten.
EMMA: Seit den 80er Jahren „bestanden deutsche Prostituierte zunehmend
auf Kondomen. Auch damit ist es dank Prostitutionsgesetz vorbei.“
(EMMA, Jan/Febr. 07)
Für die Behauptung über den Kausalzusammenhang von Prostitutionsgesetz
und mangelnder Kondombenutzung wird kein einziger Beleg angeführt.
EMMA: „95% aller Prostituierten würden aussteigen - wenn sie
könnten. Aber die Förderung von Ausstiegshilfen steht nicht
im Prostitutionsgesetz.“ (EMMA, Jan/Febr. 2007)
Für diese Aussage fehlt jeglicher Beleg. Die Zahl „95%“
ist frei erfunden. Verwiesen wird dabei auf eine nicht näher genannte
„kanadische Studie“. Der Bericht der Bundesregierung zum Prostitutionsgesetz
(2007) nennt diesbezüglich keine Zahlen, spricht aber hinsichtlich
der vorhandenen Ausstiegsangebote von einem „eher ernüchternden
Bild“. (S.33) So groß scheint also der Ansturm auf Prostituierten-Ausstiegsprojekte
nicht sein.
EMMA: „Die meisten Prostituierten in Deutschland wollen sich allerdings
auch gar nicht verpflichten: zum Zahlen von Steuern, Sozialabgaben und
Krankenkassenbeiträgen wie andere Angestellte.“ (EMMA, Mai/Juni
2003)
Der Vorwurf der Schwarzarbeit ist immer populär. Die meisten Prostituierten
zahlen aber schon deshalb keine Sozialabgaben, weil sie auf selbständiger
Basis arbeiten. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse
existieren kaum. Daher geht die Behauptung einer mangelnden Bereitschaft
von Prostituierten zur Zahlung von Sozialabgaben ins Leere, erweist sich
also als pure Demagogie. Ansonsten heißt es im Abschlussbericht
der Bundesregierung zum Prostitutionsgesetz: „Es gibt keine Instanzen,
die von sich aus Arbeitsverhältnisse auf ihre Sozialversicherungspflichtigkeit
überprüfen.“ (S.61) Hinsichtlich der Steuern heißt
es dort: „Die Hälfte der Befragten versteuerte ihre Prostitutionseinkünfte
nicht.“ Allerdings: „Der Unwille Steuern zu zahlen, resultierte
auch aus dem Gefühl der Rechtlosigkeit: ’Keine Rechte, keine
Pflichten.’“ (S.174). Auch heute noch sind Prostituierte von
steuerrechtlicher Diskriminierung betroffen: in Gestalt der Sonderbesteuerung
durch das so genannte „Düsseldorfer Verfahren“ aus dem
Jahre 1966. Über diese Diskriminierung schweigt sich die angeblich
der Gleichberechtigung verpflichtete EMMA wohlweislich aus.
SCHWARZER: „In der Jugendzeitschrift Bravo’, die von 12- bis
13-jährigen gelesen wird, ziert jedes zweite Ausklapp-Poster nicht
wie einst, ein Pferd oder ein Rocksänger, sondern ein Mädchen
in Nuttenaufmachung.“ (1994: S.94) Schwarzer spricht von „zunehmender
Vernuttung der Frauenmode“ (1994, S.66) und einem „Zuhälterlook“.
(2000) „Kaufhausdirnen sind aufgezäumt wie Berufsdirnen.“
(1994, S.85)
Zur Verächtlichmachung von Prostituierten ist Schwarzer jedes Mittel
recht. So greift sie in ihren Publikationen ständig zurück auf
die Sprache der Diskriminierung: Nutten, Dirnen etc. Dass sie damit einer
geradezu lächerlichen Geschmacksdiktatur das Wort redet, ist dabei
noch das geringste Übel.
EMMA: EMMA ist eine Zeitschrift, „die sich seit ihrer ersten Ausgabe
unermüdlich für Prostituierte einsetzt“. (EMMA, Jan/Febr.
2007)
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