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Letztere
stellen ErotikdienstleisterInnen als fehlgeleitete, gebrochene Opfer
hin, die sich aus (innerer) Not heraus selbst verkaufen und ihre Tätigkeit
im Grunde ablehnen. Frauen, die dem widersprechen und ihre Selbstbestimmtheit
unterstreichen, werden von feministischen Hardlinern meist kurzum der
(Lebens-)lüge bezichtigt. So wird jede Auseinanderstzung mit der
wirklich kompetenten Seite von vornherein vermieden.
Diese
Feministinnen bringen vermutlich keinerlei Erfahrungen aus der Mitte
des Gewerbes mit und können dessen gesamtes Spektrum nicht ansatzweise
einschätzen. In der Regel erfahren sie Genaueres nur über
Problemgruppen, die einen nicht massgeblichen Teil des gesamten Erotikdienstleistungsgewerbes
ausmachen. Angehörige dieser Gruppen suchen sehr häufig Hilfe
bei institutionellen Organisationen. Deshalb sind Informationen über
sie relativ leicht zugänglich, während über sonstige
Bereiche des Lustgewerbes an Aussenstehende, auch aufgrund von Berührungsängsten,
bisher wenig zuverlässiges Wissen vorgedrungen ist.
Die fundamental-feministischen EiferInnen
kennen nur den Zähler aber nicht den Nenner ihrer Rechnung!
Fatalerweise
übertragen die feministischen Hardliner ihr Wissen über die
Gruppe der drogenabhängigen und psychisch instabilen Prostituierten,
die sich selbst vorwiegend als Opfer erleben und daher mit respektvollen
Freiern oft nichts anzufangen wissen, auf das gesamte Gewerbe und sehen
in allen Erotikdienstleisterinnen Opfer von Männern, die sich aufgrund
"dumpfer Anwandlungen" (Alice Schwarzer)
eine Hure kaufen, um sie zu benutzen.
Klarer
Fall: Männer die bewusst die Schwäche von Frauen, die wenig
Widerstand leisten können, ausnutzen, um sie mit den eigenen Begierden
zu überfremden, haben die Bezeichnung "Freier",
was "Werber" und "Verehrer"
heisst, aus unserer Sicht nicht verdient!
Verirrt
sich ein Mann, der ein willensschwaches Sexualobjekt sucht, zu einer
selbstbestimmten Erotik-Dienstleisterin, schickt sie ihn wahrscheinlich
sofort weg oder es gelingt ihr, ihn davon überzeugen, dass er mit
ihr nicht nach Belieben verfahren darf und ihre Wünsche und Grenzen
akzeptieren muss.
Die
nach unserer Erfahrung überwiegende Mehrheit der Freier sucht erotische
Paysex-Erlebnisse auf der Basis von Konsens und gegenseitigem Respekt
und macht einen Riesenbogen um Erotikdienstleisterinnen, die die Vermutung
zulassen, es könnte sich z. B. um Abhängige von Drogen oder
psychisch Labile handeln. Daher tauchen diese Freier in den Berichten
von Frauen aus Problemgruppen kaum auf und sind folglich für die
feministischen GegnerInnen von Paysex, die keine direkte Erfahrung mit
dem Lustgewerbe haben, nicht einschätzbar.
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