Grundsätzliche Gegner von Paysex sind neben religiös oder patriarchal-konservativ Orientierten vor allem tonangebende radikal-feministische Kreise.

Zwangsprostitution trotz Sexkaufverbot in Schweden
Fair Paysex gegen Zwang und Zwielicht                      

Letztere stellen ErotikdienstleisterInnen als fehlgeleitete, gebrochene Opfer hin, die sich aus (innerer) Not heraus selbst verkaufen und ihre Tätigkeit im Grunde ablehnen. Frauen, die dem widersprechen und ihre Selbstbestimmtheit unterstreichen, werden von feministischen Hardlinern meist kurzum der (Lebens-)lüge bezichtigt. So wird jede Auseinanderstzung mit der wirklich kompetenten Seite von vornherein vermieden.

Diese Feministinnen bringen vermutlich keinerlei Erfahrungen aus der Mitte des Gewerbes mit und können dessen gesamtes Spektrum nicht ansatzweise einschätzen. In der Regel erfahren sie Genaueres nur über Problemgruppen, die einen nicht massgeblichen Teil des gesamten Erotikdienstleistungsgewerbes ausmachen. Angehörige dieser Gruppen suchen sehr häufig Hilfe bei institutionellen Organisationen. Deshalb sind Informationen über sie relativ leicht zugänglich, während über sonstige Bereiche des Lustgewerbes an Aussenstehende, auch aufgrund von Berührungsängsten, bisher wenig zuverlässiges Wissen vorgedrungen ist.
Die fundamental-feministischen EiferInnen kennen nur den Zähler aber nicht den Nenner ihrer Rechnung!

Fatalerweise übertragen die feministischen Hardliner ihr Wissen über die Gruppe der drogenabhängigen und psychisch instabilen Prostituierten, die sich selbst vorwiegend als Opfer erleben und daher mit respektvollen Freiern oft nichts anzufangen wissen, auf das gesamte Gewerbe und sehen in allen Erotikdienstleisterinnen Opfer von Männern, die sich aufgrund "dumpfer Anwandlungen" (Alice Schwarzer) eine Hure kaufen, um sie zu benutzen.

Klarer Fall: Männer die bewusst die Schwäche von Frauen, die wenig Widerstand leisten können, ausnutzen, um sie mit den eigenen Begierden zu überfremden, haben die Bezeichnung "Freier", was "Werber" und "Verehrer" heisst, aus unserer Sicht nicht verdient!

Verirrt sich ein Mann, der ein willensschwaches Sexualobjekt sucht, zu einer selbstbestimmten Erotik-Dienstleisterin, schickt sie ihn wahrscheinlich sofort weg oder es gelingt ihr, ihn davon überzeugen, dass er mit ihr nicht nach Belieben verfahren darf und ihre Wünsche und Grenzen akzeptieren muss.

Die nach unserer Erfahrung überwiegende Mehrheit der Freier sucht erotische Paysex-Erlebnisse auf der Basis von Konsens und gegenseitigem Respekt und macht einen Riesenbogen um Erotikdienstleisterinnen, die die Vermutung zulassen, es könnte sich z. B. um Abhängige von Drogen oder psychisch Labile handeln. Daher tauchen diese Freier in den Berichten von Frauen aus Problemgruppen kaum auf und sind folglich für die feministischen GegnerInnen von Paysex, die keine direkte Erfahrung mit dem Lustgewerbe haben, nicht einschätzbar.

 


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